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Gesundheit und Impfen
Der Katze sagt man sieben Leben nach. Dies bezieht sich aber wohl eher auf
ihre erstaunlichen Selbstheilungskräfte nach Verletzungen. So haben
Wissenschaftler herausgefunden, dass das Schnurren der Katze Knochenbrüche
schneller heilen lässt. (verletzte Katzen schnurren zu unserem Erstaunen).
Die dadurch erzeugte Vibration regt das Wachstum an den Bruchstellen an.
Diese Erkenntnis soll zukünftig auch in der Humanmedizin genutzt werden.
Viruserkrankungen
Den leider vielfältigen Viruserkrankungen, wie Katzenschnupfen,
Katzenseuche, Leukose und FIP dagegen haben Katzen nicht viel entgegenzusetzen
und besonders Jungtiere sind gefährdet. Ich will hier nicht das Gruselkabinett
aller Symptome und Krankheitsverläufe eröffnen. Darüber kann
man sich im Internet reichlich belesen. Hier sollen nur die für Züchter
und Halter wichtigen Merksätze benannt werden. Merksatz 1:
Wie auch beim Menschen beginnen Viruserkrankungen mit unspezifischen
Symptomen wie Mattigkeit, Fieber und Appetitlosigkeit. Oft kann nur eine
Blutuntersuchung den Virus bestimmen. Merksatz 2:
Wie auch gegen Vieruserkrankungen des Menschen gibt es auch bei den
Krankheiten der Katze kein wirksame Theraphie. Merksatz 3:
Fast jede schwere Viruserkrankung endet früher oder später
trotz symptomatischer Behandlung tödlich, manchmal erst nach längerem
chronischem Verlauf. Merksatz 4:
Manche Viren, wie der Leukose- und der Katzenaidserreger können
über Monate und Jahre im klinisch gesund erscheinenden Tier schlummern,
bevor die Krankheit ausbricht. Eine Blutuntersuchung schafft Klarheit. Eine
solche Trägerkatze ist aber ein permanenter Ansteckungsherd für
andere Katzen. Merksatz 5:
Oft genügt dann ein schlechter Allgemeinzustand oder eine an sich
harmlose Infektion, um die Krankheit ausbrechen zu lassen. Merksatz
6:
Manche Viruserkrankungen können auch mit dem Straßenkot
übertragen werden - Gefahr also auch für reine Wohnungskatzen
Merksatz 7:
Gegen einige der häufigsten schweren Viruserkrankungen der Katze gibt
es Impfungen (Katzenseuche, Katzenschnupfen, Leukose, Tollwut). Aber, entsprechend
der Übertragungsmöglichkeiten braucht nicht jede Katze in jeder
Haltungsform jede Impfung. Beraten Sie sich unbedingt mit Ihrem Tierarzt,
den jede Injektion stellt für Katzen auch eine Gefahr dar. Merksatz
8:
Katzen müssen zum Zeitpunkt der Impfung allgemein gesund und in guter
Kondition sein, um einen wirksamen Impfschutz aufbauen zu können. Auf
keinen Fall geimpft werden dürfen bereits an der Krankheit gegen die
geimpft wird, erkrankte Tiere oder Virenträger. Schlimmstenfalls kommt
die Krankheit voll zum Ausbruch, günstigstenfalls verpufft sie wirkungslos.
Merksatz 9:
Da (wie beim Menschen) besonders junge Tiere mit noch nicht voll ausgebildetem
unspezifischem Imunsystem und Tiere in schlechtem Allgemeinzustand und geschwächter
Abwehr gefährdet sind, ist neben Impfungen eine sorgfältige Aufzucht
und die Minimierung von Stresssitustionen die beste Vorsorge. Beispielsweise
kann der mit dem Ortswechsel verbundene Stress bei der Übernahme einer
vermickerten Jungkatze binnen weniger Tage zum Ausbruch einer schweren Erkrankung
führen. Ein verantwortungsvoller Züchter wird daher Jungtiere
nur vermitteln, wenn sie in gutem Allgemeizustand sind. Bei kleinen Unpässlichkeiten
wie leichtem Durchfall oder Fieber (wie sie schließlich auch bei behüteten
Menschenkindern immer einmal auftreten können) wird er die Übergabe
Ihres erwählten Jungtieres an sie lieber um ein- zwei Wochen verschieben.
gleich mehrere Merksätze speziell zu FIP:
Auch diese Krankheit gefährdet vor allem Jungkatzen. Der Erreger
der ansteckenden Bauchwassersucht der Katzen ist eine entartete Form des
bei Katzen weit verbreiteten, ansteckenden, aber harmlosen Corona-Virus
(jede vierte Katze beherbergt dieses Virus). Sein Vorhandensein an sich
stellt für die Katze kein Gesundheitsrisiko dar. Erwiesen ist aber,
dass ein schlechter Allgemeinzustand, Mangelerscheinungen, starker Stress
oder andere Infektionskrankheiten die Entartung des Coronavirus begünstigen
und zur FIP-Erkrankung führen können. (etwa vergleichbar mit dem
beim Menschen weit verbreiteten Herpes-Virus, der bestimmte Rahmenbedingungen
braucht, um gefährlich werden zu können.) Somit hilft im Falle
des Coron-Virus auch ein allgemein guter Impfschutz, diese schwere Krankheit
zu verhindern. Eine wirksame Impfung gegen FIP selbst gibt es zur Zeit nicht.
Neuere Studien haben die Unwirksamkeit des auf dem Markt befindlichen Impfstoffes
(Primucell ® FIP) erwiesen. 8Lesen
Sie dazu die Studie
Das bereits entartete Corona-Virus selbst ist kaum ansteckend.
Einen FIP-Test gibt es trotz gegenteiliger Behauptungen nicht.
Getestet werden kann auf Antikörper gegen das harmlose Corona-Virus.
Die Höhe dieses Antikörpertiters sagt nichts aus über die
Gefahr des Ausbruchs von FIP. Der Test ist für den Tierarzt lediglich
ein zusätzlicher Hinweis zur Bestimmung der Art einer Viruserkrankung
bei einem klinisch kranken Tier, denn ein negatives Testergebnis auf Coronavierenantikörper
schließt zumindest diese Erkrankung aus, mehr aber nicht. Ein klinisch
gesundes Tier mit positivem Titer gleich welcher Höhe leidet nicht
an FIP. Ist der Test auf Coronvierenantikörper aber negativ - umso
besser.
Schlussfolgerungen:
Da das Coronavirus bei Katzen so weit verbreitet ist, läßt
sich eine Ansteckung kaum verhindern. Aufenthalte in Tierpensionen, Tierheimen,
bei Cat-Sittern, jede größere Konzentration von Katzen auf
wenig Raum, wie z.B. Katzenausstellungen sowie jeder Neuzukauf ist eine
potentielle Infektionsquelle. Daher ist es wichtig, seine Katzen weitgehend
stressfrei und bei guter Kondition zu halten.
Die geringste Verbreitung des Corona-Virus findet sich
übrigens (scheinbar paradoxerweise) bei freilaufenden Dorfkatzen.
Da die Haupansteckungsquelle der Katzenurin ist, freilaufende Katzen aber
ihren Ausscheidungen stets an wechselnden Stellen absetzen bzw.vergraben,
ist die Ansteckungsgefahr gering. In Mehrkatzenhaushalten bei reiner Wohnungshaltung
dagegen, benutzen mehrere Katzen das immer gleiche Katzenklo, so dass
eine permanente Ansteckungskette entsteht, sobald auch nur eine Katze
das Virus eingeschleppt hat. Dies gilt natürlich ebenso für
Tierheime und Züchterhaushalte. Ein weiterer Grund, warum Rassekatzen
tendeziell häufiger an FIP erkranken als Hauskatzen, sehen Wissenschaftler
im hohen Inzuchtgrad vieler Rassekatzen. Je höher der Inzuchtgrad,
desto schlechter arbeitet das Immunsystem. Das ist erwiesen. Sie sollten
also auch beim Kauf einer reinen Schmusekatze einen Blick auf die Ahnentafel
werfen.
Die größte Chance, beim Züchter ein coronavierenfreies
Tier zu erwerben, besteht folglich bei Kleinzüchtern mit 2 -4 Tieren,
die Zugang zu einem Garten haben. Hält ein Züchter (zu) viele
Katzen ausschließlich in einer kleinen Wohnung, so begünstigt
der Haltungsstress zusätzlich die Entartung des harmlosen Coranavirus
zum tödlichen FIP-Erreger. Das haufige Auftauchen ein und derselben
Katze schon in den ersten 5 Generationen des Stammbaumes sollte zur Vorsicht
mahnen.
Auf Herz und Nieren
Herz- und Nierenkrankheiten sind die häufigste Todesursache bei Katzen
allgemein - auch bei Hauskatzen ! Wie auch beim Menschen können solche
Erkrankungen anlagenbedingt und damit erblich sein. Andere entstehen
durch pränatale oder postnatale Entwicklungsstörungen oder entstehen
als Folge von Erkrankungen oder Fehlernährung. Erbkrankheiten
Nicht jeder angeborene Defekt ist auch erblich. So ist z.B. die Kifer-Gaumen-Spalte
zwar von Geburt an vorhanden, die Erblichkeit ist aber nicht erwiesen.
Bei Sibirischen Katzen sind sonst bei Rassekatzen rassespezifisch relativ
weit verbreitete Erbkrankheiten eine seltene Ausnahme aber natürlich
wie bei allen Katzen, auch Hauskatzen, vorhanden.
Beispielsweise die bei der Main-Coon inzwischen häufigen Fälle
von HD (Hüftgelenksdysplasie) und HCM (einer erblichen
Herzkrankheit) kommen beim Sibirier vergleichsweise selten vor. Generell
jedoch gibt es keine Säugetierart, einschließlich des Menschen,
bei der überhaupt keine Krankheiten verursachenden Gendefekte auftreten.
HCM (Herzmuskelerkrankung)
"HCM negativ getestet"
Das kann man mitlerweile auf vielen Züchterhomepages lesen.
Anfangs als reines Maine-Coon-Problem abgetan, wir mitlerweile die Liste
der betroffenen Rassen immer länger. Züchter reagieren darauf.
Manch meiden konsequent Linien, aus denen Fälle bekann sind, andere
versuchen, über Tests ihrer Zuchttiere Sicherheit zu schaffen. Leider
ist der obige Satz auf einer Homepage manchmal ein reiner Werbespruch,
der so gut wie nichts über die Erbgesundheit der Zuchttiere aussagt.
Aber dazu später.
Die HCM ist eine Erkrankung, die zu einer Verdickung des Herzmuskels
führt und die Lebenserwartung der Katze deutlich vekürzt. Sie
kommt bei allen Katzen, auch Hauskatzen, vor, allerdings ist die Häufigkeit
von Rasse zu Rasse verschieden. Erst seit wenigen Jahren weiß man,
dass manche Formen dieser Erkrankung anlagenbedingt und damit erblich
sind.
Diese Krankheit an sich ist aber nicht angeboren, sondern braucht Zeit,
sich zu entwickeln. Es gibt dafür jedoch eine Anlage. Bei Katzen,
die diese Krankheit entwickeln, sind einige Microfasern des Herzmuskels
gewissermaßen "unordentlich" angeordnet und kontrahieren
daher schlecht. Deshalb muss das Herz mehr Arbeit leisten zum Ausgleich
und wie jeder Muskel, der trainiert wird, wächst der betroffene Bereich
(Meist die linke Wand). Unglücklicherweise wächst der Herzmuskel
dabei nach innen, so dass die Kammer immer enger wird und die Pumpleistung
des Herzens noch mehr sinkt. Es entsteht ein verhängnisvoller Kreislauf.
Aber wie gesagt, das braucht Zeit, in der Regel mindestens zwei bis drei
Jahre, bevor ein geübter Kardiologe im Ultraschall auch nur etwas
sieht. Symtome an der Katze sind auch zu diesem Zeitpunkt oft noch nicht
zu bemerken. Katzen kompensieren Herzkrankheiten sehr lange und wenn etwas
zu bemerken ist, ist die Herzkammer schon fast zu. Die Anlage wird dominant
vererbt. Das bedeutet, dass schon ein Elternteil mit der entsprechenden
Anlage diese mit 50% Warscheinlichkeit an ihre Kinder weitergibt und umgekehrt,
das ein Tier bei dem HCM diagnostiziert wurde in jedem Falle ein Elterntier
hat, dass ihm die Krankheit vererbt haben muss.
Da sich die Erkrankung selten vor dem 3. Lebensjahr, manchmal aber auch
erst später manifestiert, ist die Bekämpfung durch Zuchtwahl
schwierig. Oftmals sind die Katzen längst aus der Zucht, ehe die
ersten Symptome auftreten. Natürlich sind dann schon viele Nachkommen
vorhanden, die die Krankheit geerbt haben könnten.
Seit wenigen Jahren gibt es einen Gentest für Maine Coon-Katzen auf
diese Krankheit. Leider kann das Krankheitsbild einer HCM, wie übrigens
auch beim Menschen (hier 180 bekannte Gendefekte, die zu HCM führen
bekannt), aber durch eine Vielzahl von Störungen im Bauplan der Zellen
hervorgerufen werden. So sagt dieser Gentest auch nur aus, dass eine Katze
diese eine Maine Coon-spezifische Genstörung hat oder eben nicht.
Ein negatives Testergebnis besagt nicht, das die Katze nicht eine andere
Form der HCM entwickeln und vererben kann. Für Sibirische Katzen
ist diese Gen-Mutation nicht nachgewiesen.
Diagnostiziert werden kann die HCM durch ein Ultraschalluntersuchung,
allerdings eben auch erst, wenn die ersten Anzeichen sich ausgeprägt
haben.
"HCM negativ getestet" - Diese Aussage sollten
Sie immer hinterfragen.
Manchmal bezieht sich diese Formulierung auf ein negatives Ergebnis
des Maine-Coon-Gentests. Der Aussagewert für Sibirische Katzen
ist aber leider gleich null. Bei ihnen kommt die Mutation, auf welche
getestet wird, gar nicht vor. Die auch bei Sibirischen Katzen vorkommende
HCM wird durch bisher unbekannte Mutationen ausgelöst.
Einige Züchter, besonders im Ausland, benutzten das wertlose
Ergebnis als Werbemittel.
Deutsche Züchter jedoch lassen ihre Katzen meist mit Ultraschall
untersuchen, erkennbar an der Formulierung : "HCM negativ geschallt."
Wichtig ist dann aber das Datum des Schalls. Manche Züchter
lassen ihre Katzen bereits einjährig schallen und nehmen sie bereits
nach ein zwei Würfen wieder aus der Zucht, ohne jemals nachzuschallen.
Sehr unwahrscheinlich, dass es in diesem Alter einen HCM-Befund gibt.
Je älter die Katze zum Zeitpunkt des Ultraschalls war, desto größer
der Aussagewert und desto höher die Warscheinlichkeit dass sie tatsächlich
HCM-frei ist.
Doch selbst wenn eine Katze keine Anlagen für erbliche Formen der
HCM trägt, kann sie doch, dann meist in fortgeschrittenem Alter,
an dieser tückischen Krankheit erkranken. Schildrüsenerkrankungen,
Bluthochdruck und Nierenprobleme führen dazu dass das Herz stärker
belastet wird und sich so eine sekundäre HCM herausbildet.
Erschwerend kommt hinzu, dass es nur wenige spezialisierte Fachtierärzte
gibt, die eine HCM im Frühstadium sicher diagnostizieren können.
Sowohl falsch-positive als auch falsch-negative Ergebnisse kommen vor.
Auf jeden Fall sollen Tiere aus der Zucht genommen werden, wenn sie selbst
oder Nachkommen HCM-positiv geschallt wurden. Nachkommen von HCM-positiven
Katzen sollten vorsichtigerweise nicht in die Zucht genommen werden, zumindest
nicht vor dem 3. Lebensjahr.
Aktueller
Fachbeitrag zm Thema HCM >>
PKD (polyzystische Nierenerkrankung)
Bei Persern und Perserkreuzungen wie Britisch-Kurzhaar, Ragdoll, Exotic
Shorthair und auch bei Main-Coon und Norwegern (ein Schelm, wer Böses
dabei denkt), tritt die PKD (eine erbliche, polyzystische Nierenerkrankung,
bedingt durch einen Defekt des PKD-1-Gens) mehr oder weniger häufig
auf (z.B. weltweit bei 38 %! aller Perserkatzen). Jedoch gibt es diese
Erkrankung generell, wenn auch seltener, bei praktisch allen Haus- und
Rassekatzen.
Bisher konnte Nierenzysten als Merkmal dieser Krankheit nur durch Ultraschall
nachgewiesen werden. Allerdings gibt es für Nierenzysten auch andere,
teilweise nicht erbliche Ursachen. Neuerdings gibt es einen Gentest, der
den Defekt des PKD1-Gens sicher nachweist und sich bei betroffenen Rassen
inzwischen bewährt hat.
Seit einiger Zeit gibt es auch Fälle von PKD bei Sibirischen Katzen,
da per Ultraschall positiv geschallte Tiere vereinzelt vorgekommen sind.
Merkwürdig ist aber, dass offensichtlich eine Linie
existiert, in der mehrere Katzen trotz negativem Gentest (also laut Test
PKD-frei) positiv geschallt wurden. Hier liegt möglicherweise ein
bisher unbekannter erblicher Defekt vorhanden.
Als Schlussfolgerung ergibt sich für unsere Rasse,
dass flächendeckende Tests mit dem bisher verfügbaren PKD-Gentest
nicht sinnvoll sind und die Ergebnisse in trügerischer Sicherheit
wiegen. Aussagekräftig sind nur Ultraschalluntersuchungen. Ob ein
positiver Ultraschall auf eine erbliche Form von Zysten schließen
lässt, kann nur beurteilt werden, wenn mehrere verwandte Tiere getestet
wurden.
Der PKD1-Defekt wird dominant vererbt. Foglich kann er nicht
verdeckt weitergegeben werden. Mit anderen Worten: Kinder negativ geschallter
Eltern können diesen Defekt nicht haben. Einschränkend ist zu
sagen, dass zwar ab etwa dem 12 Lebensmonat relativ sichere Ultraschallergebnisse
zu erzielen sind, jedoch auch schon Fälle vorgekommen sind, bei denen
der Schall negatif war, eeinige Jahre später dann aber doch positiv.
Und: nicht jeder Nachkomme eines positiven Elternteils muss das Defektgen
geerbt haben. Solche freien Tiere bringen mit ebensolchen Partnern auch
nur PKD-freie Nachkommen.
Bei den bisher nicht wissenschaftlich untersuchten paradoxen
Fällen bei Sibiriern (Gentest negativ, Schall positiv) scheint der
Erbgang ebenso zu sein, denn lange nicht jedes Tier dieser Linie ist betroffen.
Eine Liste mit Ergebnissen von PKD-Gentests, Ultraschalluntersuchungen
und HCM-Untersuchungen finden Sie auf der Webseite
8
"www.gesunde-rassekatzen.de"
Bemerkung am Rande: Da die Wurzel der fraglichen
russischen Linie soweit bisher bekannt, eine Neva Masquarade ist, hat
dies erneut die Spekulationen von Neva-Gegnern genährt, dies wäre
quasi der Beweis für Perser-Colorpoint-Einkreuzungen bei Nevas. Hier
wird offensichtlich übersehen, dass der durch Perser in andere Rasse
eingeschleppte PKD1-Gen-Defekt bei den positiv geschallten Sibirische
/Neva-Katzen eben nicht nachweisbar ist.
Es gibt eine Vielzahl weiterer, meist sehr seltener,Erbkrankheiten
bei Katzen. Jedoch ist bisher für Sibirische Katzen keine rassespezifische
Häufung bekannt.
" Wogegen muss eine Katze geimpft werden?"
Auf Homepages von Züchtern liest man häufig eine lange Auflistung,
wogegen die Kitten vor dem Verkauf alles geimpft werden, ergänzt durch
möglichst wöchentliche Wurmkuren.
Oft ist das Motiv dahinter der feste Glaube an den Grundsatz Viel hilft
viel (?).
Manchmal hat man auch den Eindruck, dass ein gewisser Konkurenzkampf unter
den Züchtern um die Gunst des Käufers eine Rolle spielt nach dem
Motto: "Sieh her, ich scheue weder Kosten noch Mühen für
die bestmögliche Gesundheitsvorsorge." Fragen
Sie sich doch mal, ob Sie auch Ihre Kinder wöchentlich entwurmt und
jährlich nachgeimpft haben.
Der Grundsatz sollte lauten: So viel und so oft wie nötig.
Ich denke, dass es ein Segen ist, dass es Impfungen gibt, es aber eine
Illusion ist, das gegen alles und jedes Impfungen sicheren Schutz bieten.
Außerdem besteht gerade bei Katzen ein hohes Risiko, ein tödliches
impfinduziertes Fibrosarcom auszubilden.
Tierärzte wollen möglichtst jede Impfung jährlich aufgefrischt
wissen. Möglich, dass bei einigen finanzielle Aspekte dabei eine
Rolle spielen. Mein Tierarzt begründet das jährliche Nachimpfen
damit, dass er so die Tiere wenigstens einmal jährlich dieht und
durchchecken kann.
Nach jahrelangen Diskussionen, nicht zuletzt angestoßen
durch kritische Tierhalter gibt es seit 2007 neue Impfempfehlungen der
ständigen Impfkommission.
Beachten Sie bitte zum notwendigen Impfintervall die neue
Tollwutverordnung vom 20. Dezember 2005. Danach besteht wirksamer Impfschutz
solange, wie auf dem Beipack des Impfpräparates angegeben, z.B. für
Novibac® T 3 Jahre!!
Die neuen Impfemfehlungen sehen in etwa so aus:
| Wer? |
Wogegen? |
Wie oft? |
alle Katzen
(auch Wohnungskatzen) |
Katzenseuche, Katzenschnupfen
(RCP) |
- Grundimunisierung:
erste Impfung: 8.Lebenswoche
zweite Impfung: 12.Lebenswoche
dritte Impfung*: 16. Lebenswoche
(Entscheidend ist der Abstand vonjeweils 3-4 Wochen) dritte
Impfung : 16. Lebenswoche (neu!)
4.Impfung: nach einem Jahr, also 16. Lebensmonat
*Werden ältere Katzen erstmals geimpft, kann die dritte
Impfung wegfallen. Generell reichen 2 Grundimunisierungen im Abstand
von 3-4 Wochen. Die 3. wird nur deshalb empfohlen, weil in seltenen
Fällen mit 8 Wochen noch maternale Antikörper (aufgenommen
durch Kolostrum) den Aufbau des Impfschutzes verhindern und die
Erstimpfung wirkungslos verpuffen könnte. Normalerweise sind
aber in dem Alter keine maternalen Antikörper mehr im Blut.
Viele Tierärzte halten die 3.Impfung daher generell für
unnötig. So auch mein sehr erfahrener Kleintierarzt.
In gesunden Katzenbeständen ist es sinnvoller, die Erstimpfung
evtl. erst mit 9 Wochen machen zu lassen. Dann kann auf jeden Fall
die 3. Impfung wegfallen, weil dann garantiert keine maternalen
Antikörper mehr den Aufbau des Impfschutzes bei der Erstimpfung
behindern.
Ich würde ebenfalls eher auf die 3. Impfung mit 16 Wochen verzichten,
wenn der Termin genau in die Woche des Umzuges fällt. Der Umzugsstress
schwächt das Immunsystem, was einerseits die Impfwirkung fraglich
macht, andererseits sogar einen Impfdurchbruch begünstigen
kann. Wird aber der Abstand von 3-4 Wochen zur zweiten Impfung überschritten,
ist die 3. Impfung ohnehin wirkungslos.
- Auffrischungsimpfungen:
Katzenschnupfen jährlich,
Bei reinen Wohnungskatzen genügt ein Abstand von 2 Jahren.
Katzenseuche alle 3 Jahre
Ab etwa dem 5. Lebensjahr sind ansonsten gesunde Katzen für
diese Erkrankungen kaum noch empfänglich. Reine Wohnungskatzen
müssen nicht unbedingt weiterhin geimpft werden. Zu beachten
ist aber, dass im Alter die Empfindlichkeit wieder zunimmt. Soll
das Impfprogramm nach mehrjähriger Impfpause wieder aufgenommen
werden, ist eine erneute Grundimmunisierung notwendig (siehe oben)
Der weitere Impfplan könnte also so aussehen:
2. Jahr: keine Impfung nötig
3. Jahr: Katzenschnupfen
4. Jahr: Katzenseuche
5. Jahr: Katzenschnupfen
6. keine Impfung nötig
u.s.w.
|
| Freigänger |
Katzenseuche, Katzenschnupfen
(RCP)
Tollwut
Leukose |
wie oben; zusätzlich
Tollwut:
(nach aktueller Tollwutverordnung)
- Grundimunisierung
im Welpenalter ab der 12. Lebenswoche zweimal im Abstand vob 4 Wochen,
- Auffrischung
nach einem Jahr
- danach alle 3 Jahre Auffrischung, jährlich oder in zweijährigem
Turnus (je nach Herstellerangaben)
Leukose:
Die Wirksamkeit der Leukoseimpfung ist durchaus umstritten. Es gibt
Tierärzte, die diese Impfung nicht empfehlen und auch es auch
selbst ablehnen, diese zu geben.
- zweimalige Grundimunisierung im Welpenalter (z.B. 14. u.
18. Woche, Abstand: 3-4 Wochen)
Achtung: Die Leukoseimpfung soll niemals
gleichzeitig mit der Tollwutimpfung gegeben werden. Diese Kombination
steht im Verdacht, Fibrosarkome auszulösen.
- Auffrischung nach einem Jahr
- bis zum Alter von 3 Jahren jährlich
- danach alle 2-3 Jahre
(Angaben des Impfstoffherstellers beachten!)
Ab dem 9.-10. Lebensjahr braucht Leukose nicht mehr geimpft zu werden,
da eine so genannte Altersresistenz besteht und der Körper
eine bleibende Abwehr aufgebaut hat.
Jährliche Auffrischimpfungen im Rotationsprinzip
können z.B. so aussehen:
jedes Jahr: Katzenschnupfen, also
2. Jahr: Katzenseuche, Katzenschnupfen
extra Termin: Leukose
3. Jahr: Katzenschnupfen, Tollwut
extra Termin: Leukose
4. Jahr: Katzenschnupfen
5. Jahr: Katzenschnupfen,Katzenseuche, Leukose
6. Jahr: Katzenschupfen, Tollwut
|
| Ausstellungskatzen |
Katzenseuche, Katzenschnupfen
Tollwut
(Leukose) |
Bestimmungen der jeweiligen Veranstalter
sind zu beachten, ansonsten wie oben. Diese können sich auch
ändern (z.B. Tollwut) |
| Zuchtkatzen |
Katzenseuche, Katzenschnupfen
(evtl. einschließlich Clamydien)
evtl.
Tollwut
(Leukose) |
Soweit sie auch Ausstellungen besuchen,
wie dort, ansonsten bei reiner Wohnungshaltung nur Seuche und Schnupfen
zwingend (aber Achtung bei Neuzukäufen)
Sollten Sie schon einmal Probleme mit Clamydien gehabt haben (wiederkehrende
Katzenschnupfenfälle trotz regelmäßiger Impfungen),
sollte der Katzenschnupfenimpfstoff neben Herpes- und Calicivieren
auch eine Clmydienkomponente enthalten
Wenn Leukose nicht geimpft wird, jährlich Leukosetest.
|
| Katzen, die in Tierpensionen zeitweise
oder ständig untergebracht sind |
Katzenseuche, Katzenschnupfen (evtl.
einschließlich Clamydien)
Tollwut
(Leukose) |
wie Freigänger |
Aktuelle Informationen zu Haustierimpfungen (einschl. Argumentationshilfen
gegen Tierärzte mit Beharrungsvermögen) finden Sie hier:
>>www.haustierimpfung.de
>>Empfehlungen
der "Ständigen Impfkommission vet."
Letzendlich sollten Sie den individuellen Impfplan für Ihr Tier
mit dem Tierarzt Ihres Vertrauens absprechen.
Bevor Sie sich von Ihrem Tierarzt aber zur sogen. FIP-Impfung überreden
lassen, sollten Sie das hier lesen:
Studie
zur Wirksamkeit der FIP-Impfung (UNI Giessen)
Mein Tierarzt hält diese Impfung für absolut wirkungslos, evtl.
sogar für gefährlich.
Wie sicher sind die Impfungen ?
Zu beachten ist, dass Impfungen grundsätzlich nicht vor Ansteckung
schützen. Nur der Ausbruch einer Erkrankung kann verhindert, oder
abgemildert werden. Das bedeutet aber auch, dass diese Katzen kurzzeitig
eine Infektionsquelle für andere, nicht geimpfte Katzen sein können.
Da meist mit abgeschwächten Krankheitserregern geimpft wird, können
auch frisch geimpfte Katzen andere Katzen mit schwachem Immunsystem anstecken.
Deshalb sollten frisch geimpfte erwachsene Katzen auch von ungeimpften
Jungtieren fern gehalten werden.
Katzenschnupfen
Impfung bietet leider keinen 100% Schutz, ganz besonders bei hohem
Infektionsdruck , z.B. in Tierheimen. Die Infektion verläuft aber
milder.
Katzenseuche
Die Impfung wird meist als besonders sicher beschrieben. Allerdings sind
gerade wieder 2007 Fälle bekannt geworden, wo in einer Zucht mehrere
nach Herstellerangaben korrekt geimpfte Katzen trotzdem an an Katzenseuche
erkrankten und verstarben. An der Sicherheit dieser Impfung haben auch
andere Katzenhalter mit Negativerfahrungen s Zweifel. Es gibt eine Webseite,
wo Züchter die Ergebnisse von Antkörpertiterbestimmungen veröffentlichen:
Katzenseuche-Liste
Hervorzuheben ist, dass insbesondere bei dieser Impfung evt. noch im Blut
befindliche maternale Antikörper die Ausbildung des Impfschutzes
bei der Erstimpfung behindern können. Die insgesamt 3-malige Grundimunisierung
im Abstand von 3-4 Wochen ist evtl. wirksamer, verspricht aber im ersten
Lebensjahr auch keine 100% Sicherheit, denn es istanscheinend von Tier
zu Tier sehr unterschiedlich, wann maternale Antikörper tatsächlich
vollständig abgebaut sind. Weiterhin muß unbedingt einige Tage
vor der Impfung sorgfältig entwurmt werden, da andernfalls ebenfalls
kein belastbarer Impfschutz ausgebildet wird. Wenn die Grundimunisierung
gegriffen hat, insbesondere die ersten Jahre regelmäßig aufgefrischt
wurde, hält dieser Impfschutz vermutlich viele Jahre.
Leukose
Die Wirksamkeit der Leukoseimpfung ist durchaus umstritten. Es gibt Tierärzte,
die diese Impfung nicht empfehlen und auch es auch selbst ablehnen, diese
zu geben. Will man diese Impfung geben, soll unbedingt vor der Impfung
ein Leukosetest gemacht werden, denn Katzen können bereits Jahre
infiziert sein, bevor die Krankheit ausbricht. Eine bereits infizierte
Katze zu impfen, ist natürlich sinnlos.
Übrigens: Der beste Impfschutz ist die Vermeidung von
Ansteckung:
! Wichtig, wenn Sie
ein Jungtier gekauft haben:
a) In der Regel wird Ihr Katzenkind im Alter von 8 und von 12 Wochen geimpft
worden sein. Ein gewissenhafter, kompetenter Züchter wird Ihnen dann
Ihr Tier frühestens mit 13 Wochen übergeben, denn bis
ca. eine Woche nach der Impfung ist es ein ganz klein bischen "krank",
weil es sich mit dem Impfstoff auseinandersetzen muss. Manchmal kann es
auch deutliche Krankheitsanzeichen entwickeln. Es wurden ja immerhin abgeschwächte
Krankheitserreger injiziert. Kommt dann Umzugsstress dazu, kann Ihr Kitten
binnen weniger Tage bei Ihnen schwer krank werden, wenn es frisch geimpft,
ohne die Sicherheitswoche abgegeben wurde.
b) Ihr gerade eingezogenes Kitten ist zwar geimpft, aber noch lange nicht
immun. Ganz im Gegenteil. Es ist in dieser Phase sogar ganz besonders
empfindlich. Die Antikörper, die es seinerzeit mit der Kolostralmilch
von seiner Mutter bekommen hat, sind gewissermaßen aufgebraucht.
Der Impfschutz braucht aber ca. 3 Wochen, um sich aufzubauen. Die dritte
Grundimmunisierung mit 16 Wochen steht sogar noch ganz aus. Ihr Katzenkind
ist also in diesen Wochen völlig schutzlos. Dazu kommt der Umzugsstress,
welcher das Immunsystem schwächt. Also bedarf Ihr junges Kätzchen
bis etwa zur 20. Lebenswoche Ihres besonderen Schutzes. Das heißt:
- soll ihr Tier ein Freigänger
werden, so bleibt es dennoch mindestens bis zur 20. Lebenswoche im Haus
- haben Sie bereits einen Freigänger, so
lassen Sie vor Einzug des Katzenkindes bei diesem einen Bluttest auf
die Infektionskrankheiten machen, auch dann, wenn er völlig gesund
aussieht
- haben Sie bereits eine Freilauf- oder Wohnungskatze,
von der Sie wissen, dass sie früher einmal einen Katzenschnupfen
hatte, so gehört die neue Katze mindestens die ersten 14 Tage in
Quaranäne (z.B. in Ihrem Schlafzimmer). Am Katzenschnupfen sind
fast immer Herpesviren beteiligt. Herpes aber bleibt ein ganzes Leben
lang im Körper. Ihr klinisch völlig
gesundes Tier kann also Ihr neu eingezogenes Jungtier anstecken.
Es ist gar nicht selten, dass ein Kätzchen
kurz nach dem Einzug ins neue Zuhause erkrankt. Es wird dann sofort mit
dem Finger auf den Züchter gezeigt, welcher angeblich "ein krankes
Kätzchen verkauft " hat. Diese Fälle gibt es zweifellos,
doch in vielen Fällen wurden einfach bei der Umsetzung Fehler gemacht
und obige Regeln nicht beachtet.
Generell ist der Impfschutz erst dann einigermaßen belastbar, wenn
Ihre Katze nach einem Jahr die sogenannte Boosterimpfung erhalten hat.
Vermeiden Sie also innerhalb des ersten Lebensjahres möglichst
Situationen mit erhöhtem Infektionsdruck (z.B. den Aufentalt in Katzenpensionen).
Übrigens:
Die oft in Züchterkreisen aufgestellte Behauptung: frisch geimpfte
Jungtiere könnten über die verabreichten inaktiven Viren im
Impfstoff ungeimpfte Tiere anstecken, so dass diese krank würden,
entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Das müsste dann auch
bei Impfungen für Menschen so sein. Aber nicht einmal militante Impfgegner
stellen eine solche Behauptung auf.
Wie kommen also Züchter auf sowas?
Gar nicht so selten gibt es unter den augenscheinlich gesunden Tieren
im Züchterhaushalt solche, die früher einmal z.B. Katzenschnupfen
hatten und unerkannt das Virus weiter beherbergen und auch ausscheiden.
Jungtiere im selben Haushalt sind dann oftmals bereits latent infiziert,
ohne dass die Krankheit bereits ausgebrochen ist. Werden sie jetzt mit
eben diesen Erregern zusätzlich geimpft, kann das Fass gewissermaßen
überlaufen: Es kommt explosionsartig zur Virusvermehrung. Solche
frisch geimpften, virulenten Katzen, können dann natürlich noch
jüngere, ungeimpfte Tiere anstecken. Meist zeigen sie auch selbst
Symtome eines "Impfdurchbruchs".
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