Gesundheit und Impfen

Der Katze sagt man sieben Leben nach. Dies bezieht sich aber wohl eher auf ihre erstaunlichen Selbstheilungskräfte nach Verletzungen. So haben Wissenschaftler herausgefunden, dass das Schnurren der Katze Knochenbrüche schneller heilen lässt. (verletzte Katzen schnurren zu unserem Erstaunen). Die dadurch erzeugte Vibration regt das Wachstum an den Bruchstellen an. Diese Erkenntnis soll zukünftig auch in der Humanmedizin genutzt werden.

Viruserkrankungen

Den leider vielfältigen Viruserkrankungen dagegen haben Katzen nicht viel entgegenzusetzen und besonders Jungtiere sind gefährdet. Ich will hier nicht das Gruselkabinett aller Symptome und Krankheitsverläufe eröffnen. Darüber kann man sich im Internet reichlich belesen. Hier sollen nur die für Züchter und Halter wichtigen Merksätze benannt werden.
Merksatz 1:
Wie auch beim Menschen beginnen Viruserkrankungen mit unspezifischen Symptomen wie Mattigkeit, Fieber und Appetitlosigkeit. Oft kann nur eine Blutuntersuchung den Virus bestimmen.
Merksatz 2:
Wie auch gegen Vieruserkrankungen des Menschen gibt es auch bei den Krankheiten der Katze kein wirksame Theraphie.
Merksatz 3:
Fast jede schwere Viruserkrankung endet früher oder später trotz symptomatischer Behandlung tödlich, manchmal erst nach längerem chronischem Verlauf.
Merksatz 4:
Manche Viren, wie der Leukose- und der Katzenaidserreger können über Monate und Jahre im klinisch gesund erscheinenden Tier schlummern, bevor die Krankheit ausbricht. Eine Blutuntersuchung schafft Klarheit. Eine solche Trägerkatze ist aber ein permanenter Ansteckungsherd für andere Katzen.
Merksatz 5:
Oft genügt dann ein schlechter Allgemeinzustand oder eine an sich harmlose Infektion, um die Krankheit ausbrechen zu lassen.
Merksatz 6:
Manche Viruserkrankungen können auch mit dem Straßenkot übertragen werden - Gefahr also auch für reine Wohnungskatzen
Merksatz 7:
Gegen einige der häufigsten schweren Viruserkrankungen der Katze gibt es Impfungen (Katzenseuche, Katzenschnupfen, Leukose, Tollwut). Aber, entsprechend der Übertragungsmöglichkeiten braucht nicht jede Katze in jeder Haltungsform jede Impfung. Beraten Sie sich unbedingt mit Ihrem Tierarzt, den jede Injektion stellt für Katzen auch eine Gefahr dar.
Merksatz 8:
Katzen müssen zum Zeitpunkt der Impfung allgemein gesund und in guter Kondition sein, um einen wirksamen Impfschutz aufbauen zu können. Auf keinen Fall geimpft werden dürfen bereits an der Krankheit gegen die geimpft wird, erkrankte Tiere oder Virenträger. Schlimmstenfalls kommt die Krankheit voll zum Ausbruch, günstigstenfalls verpufft sie wirkungslos.
Merksatz 9:
Da (wie beim Menschen) besonders junge Tiere mit noch nicht voll ausgebildetem unspezifischem Imunsystem und Tiere in schlechtem Allgemeinzustand und geschwächter Abwehr gefährdet sind, ist neben Impfungen eine sorgfältige Aufzucht und die Minimierung von Stresssitustionen die beste Vorsorge. Beispielsweise kann der mit dem Ortswechsel verbundene Stress bei der Übernahme einer vermickerten Jungkatze binnen weniger Tage zum Ausbruch einer schweren Erkrankung führen. Ein verantwortungsvoller Züchter wird daher Jungtiere nur vermitteln, wenn sie in gutem Allgemeizustand sind. Bei kleinen Unpässlichkeiten wie leichtem Durchfall oder Fieber (wie sie schließlich auch bei behüteten Menschenkindern immer einmal auftreten können) wird er die Übergabe Ihres erwählten Jungtieres an sie lieber um ein- zwei Wochen verschieben.
gleich mehrere Merksätze speziell zu FIP:
Auch diese Krankheit gefährdet vor allem Jungkatzen. Der Erreger der ansteckenden Bauchwasserzucht der Katzen ist eine entartete Form des bei Katzen weit verbreiteten, ansteckenden, aber harmlosen Corona-Virus (jede vierte Katze beherbergt dieses Virus). Sein Vorhandensein an sich stellt für die Katze kein Gesundheitsrisiko dar. Erwiesen ist aber, dass ein schlechter Allgemeinzustand, Mangelerscheinungen, starker Stress oder andere Infektionskrankheiten die Entartung des Coronavirus begünstigen und zur FIP-Erkrankung führen können. (etwa vergleichbar mit dem beim Menschen weit verbreiteten Herpes-Virus, der bestimmte Rahmenbedingungen braucht, um gefährlich werden zu können.) Somit hilft im Falle des Coron-Virus auch ein allgemein guter Impfschutz, diese schwere Krankheit zu verhindern. Eine wirksame Impfung gegen FIP selbst gibt es zur Zeit nicht. Neuere Studien haben die Unwirksamkeit des auf dem Markt befindlichen Impfstoffes (Primucell ® FIP) erwiesen.
8Lesen Sie dazu die Studie


Das bereits entartete Corona-Virus selbst ist kaum ansteckend.
Einen FIP-Test gibt es trotz gegenteiliger Behauptungen nicht. Getestet werden kann auf Antikörper gegen das harmlose Corona-Virus. Die Höhe dieses Antikörpertiters sagt nichts aus über die Gefahr des Ausbruchs von FIP. Der Test ist für den Tierarzt lediglich ein zusätzlicher Hinweis zur Bestimmung der Art einer Viruserkrankung bei einem klinisch kranken Tier, denn ein negatives Testergebnis auf Coronavierenantikörper schließt zumindest diese Erkrankung aus, mehr aber nicht. Ein klinisch gesundes Tier mit positivem Titer gleich welcher Höhe leidet nicht an FIP. Ist der Test auf Coronvierenantikörper aber negativ - umso besser.
Schlussfolgerungen:
Da das Coronavirus bei Katzen so weit verbreitet ist, läßt sich eine Ansteckung kaum verhindern. Aufenthalte in Tierpensionen, Tierheimen, bei Cat-Sittern, jede größere Konzentration von Katzen auf wenig Raum, wie z.B. Katzenausstellungen sowie jeder Neuzukauf ist eine potentielle Infektionsquelle. Daher ist es wichtig, seine Katzen weitgehend stressfrei und bei guter Kondition zu halten.

Die geringste Verbreitung des Corona-Virus findet sich übrigens (scheinbar paradoxerweise) bei freilaufenden Dorfkatzen. Da die Haupansteckungsquelle der Katzenurin ist, freilaufende Katzen aber ihren Ausscheidungen stets an wechselnden Stellen absetzen bzw.vergraben, ist die Ansteckungsgefahr gering. In Mehrkatzenhaushalten bei reiner Wohnungshaltung dagegen, benutzen mehrere Katzen das immer gleiche Katzenklo, so dass eine permanente Ansteckungskette entsteht, sobald auch nur eine Katze das Virus eingeschleppt hat. Dies gilt natürlich ebenso für Tierheime und Züchterhaushalte. Ein weiterer Grund, warum Rassekatzen tendeziell häufiger an FIP erkranken als Hauskatzen, sehen Wissenschaftler im hohen Inzuchtgrad vieler Rassekatzen. Je höher der Inzuchtgrad, desto schlechter arbeitet das Immunsystem. Das ist erwiesen. Sie sollten also auch beim Kauf einer reinen Schmusekatze einen Blick auf die Ahnentafel werfen.

Die größte Chance, beim Züchter ein coronavierenfreies Tier zu erwerben, besteht folglich bei Kleinzüchtern mit 2 -4 Tieren, die Zugang zu einem Garten haben. Hält ein Züchter (zu) viele Katzen ausschließlich in einer kleinen Wohnung, so begünstigt der Haltungsstress zusätzlich die Entartung des harmlosen Coranavirus zum tödlichen FIP-Erreger. Das haufige Auftauchen ein und derselben Katze schon in den ersten 5 Generationen des Stammbaumes sollte zur Vorsicht mahnen.

Auf Herz und Nieren

Herz- und Nierenkrankheiten sind die häufigste Todesursache bei Katzen allgemein - auch bei Hauskatzen ! Wie auch beim Menschen können solche Erkrankungen anlagenbedingt und damit erblich sein.

Andere entstehen durch pränatale oder postnatale Entwicklungsstörungen oder entstehen als Folge von Erkrankungen oder Fehlernährung.

Erbkrankheiten

Nicht jeder angeborene Defekt ist auch erblich. So ist z.B. die Kifer-Gaumen-Spalte zwar von Geburt an vorhanden, die Erblichkeit ist aber nicht erwiesen.
Bei Sibirischen Katzen sind sonst bei Rassekatzen rassespezifisch relativ weit verbreitete Erbkrankheiten eine seltene Ausnahme aber natürlich wie bei allen Katzen, auch Hauskatzen, vorhanden.
Beispielsweise die bei der Main-Coon inzwischen häufigen Fälle von HD (Hüftgelenksdysplasie) und HCM (einer erblichen Herzkrankheit) kommen beim Sibirier vergleichsweise selten vor. Generell jedoch gibt es keine Säugetierart, einschließlich des Menschen, bei der überhaupt keine Krankheiten verursachenden Gendefekte auftreten.

HCM (Herzmuskelerkrankung)
"HCM negativ getestet"
Das kann man mitlerweile auf vielen Züchterhomepages lesen. Anfangs als reines Maine-Coon-Problem abgetan, wir mitlerweile die Liste der betroffenen Rassen immer länger. Züchter reagieren darauf. Manch meiden konsequent Linien, aus denen Fälle bekann sind, andere versuchen, über Tests ihrer Zuchttiere Sicherheit zu schaffen. Leider ist der obige Satz auf einer Homepage manchmal ein reiner Werbespruch, der so gut wie nichts über die Erbgesundheit der Zuchttiere aussagt. Aber dazu später.
Die HCM ist eine Erkrankung, die zu einer Verdickung des Herzmuskels führt und die Lebenserwartung der Katze deutlich vekürzt. Sie kommt bei allen Katzen, auch Hauskatzen, vor, allerdings ist die Häufigkeit von Rasse zu Rasse verschieden. Erst seit wenigen Jahren weiß man, dass manche Formen dieser Erkrankung anlagenbedingt und damit erblich sind.
Diese Krankheit an sich ist aber nicht angeboren, sondern braucht Zeit, sich zu entwickeln. Es gibt dafür jedoch eine Anlage. Bei Katzen, die diese Krankheit entwickeln, sind einige Microfasern des Herzmuskels gewissermaßen "unordentlich" angeordnet und kontrahieren daher schlecht. Deshalb muss das Herz mehr Arbeit leisten zum Ausgleich und wie jeder Muskel, der trainiert wird, wächst der betroffene Bereich (Meist die linke Wand). Unglücklicherweise wächst der Herzmuskel dabei nach innen, so dass die Kammer immer enger wird und die Pumpleistung des Herzens noch mehr sinkt. Es entsteht ein verhängnisvoller Kreislauf. Aber wie gesagt, das braucht Zeit, in der Regel mindestens zwei bis drei Jahre, bevor ein geübter Kardiologe im Ultraschall auch nur etwas sieht. Symtome an der Katze sind auch zu diesem Zeitpunkt oft noch nicht zu bemerken. Katzen kompensieren Herzkrankheiten sehr lange und wenn etwas zu bemerken ist, ist die Herzkammer schon fast zu. Die Anlage wird dominant vererbt. Das bedeutet, dass schon ein Elternteil mit der entsprechenden Anlage diese mit 50% Warscheinlichkeit an ihre Kinder weitergibt und umgekehrt, das ein Tier bei dem HCM diagnostiziert wurde in jedem Falle ein Elterntier hat, dass ihm die Krankheit vererbt haben muss.
Da sich die Erkrankung selten vor dem 3. Lebensjahr, manchmal aber auch erst später manifestiert, ist die Bekämpfung durch Zuchtwahl schwierig. Oftmals sind die Katzen längst aus der Zucht, ehe die ersten Symptome auftreten. Natürlich sind dann schon viele Nachkommen vorhanden, die die Krankheit geerbt haben könnten.
Seit wenigen Jahren gibt es einen Gentest für Maine Coon-Katzen auf diese Krankheit. Leider kann das Krankheitsbild einer HCM, wie übrigens auch beim Menschen (hier 180 bekannte Gendefekte, die zu HCM führen bekannt), aber durch eine Vielzahl von Störungen im Bauplan der Zellen hervorgerufen werden. So sagt dieser Gentest auch nur aus, dass eine Katze diese eine Maine Coon-spezifische Genstörung hat oder eben nicht. Ein negatives Testergebnis besagt nicht, das die Katze nicht eine andere Form der HCM entwickeln und vererben kann. Für Sibirische Katzen ist diese Gen-Mutation nicht nachgewiesen.
Diagnostiziert werden kann die HCM durch ein Ultraschalluntersuchung, allerdings eben auch erst, wenn die ersten Anzeichen sich ausgeprägt haben.
"HCM negativ getestet" - Diese Aussage sollten Sie immer hinterfragen.
Manchmal bezieht sich diese Formulierung auf ein negatives Ergebnis des Maine-Coon-Gentests. Der Aussagewert für Sibirische Katzen ist aber leider gleich null. Bei ihnen kommt die Mutation, auf welche getestet wird, gar nicht vor. Die auch bei Sibirischen Katzen vorkommende HCM wird durch bisher unbekannte Mutationen ausgelöst.
Einige Züchter, besonders im Ausland, benutzten das wertlose Ergebnis als Werbemittel.

Deutsche Züchter jedoch lassen ihre Katzen meist mit Ultraschall untersuchen, erkennbar an der Formulierung : "HCM negativ geschallt."
Wichtig ist dann aber das Datum des Schalls. Manche Züchter lassen ihre Katzen bereits einjährig schallen und nehmen sie bereits nach ein zwei Würfen wieder aus der Zucht, ohne jemals nachzuschallen. Sehr unwahrscheinlich, dass es in diesem Alter einen HCM-Befund gibt.
Je älter die Katze zum Zeitpunkt des Ultraschalls war, desto größer der Aussagewert und desto höher die Warscheinlichkeit dass sie tatsächlich HCM-frei ist.
Doch selbst wenn eine Katze keine Anlagen für erbliche Formen der HCM trägt, kann sie doch, dann meist in fortgeschrittenem Alter, an dieser tückischen Krankheit erkranken. Schildrüsenerkrankungen, Bluthochdruck und Nierenprobleme führen dazu dass das Herz stärker belastet wird und sich so eine sekundäre HCM herausbildet.

Erschwerend kommt hinzu, dass es nur wenige spezialisierte Fachtierärzte gibt, die eine HCM im Frühstadium sicher diagnostizieren können. Sowohl falsch-positive als auch falsch-negative Ergebnisse kommen vor. Auf jeden Fall sollen Tiere aus der Zucht genommen werden, wenn sie selbst oder Nachkommen HCM-positiv geschallt wurden. Nachkommen von HCM-positiven Katzen sollten vorsichtigerweise nicht in die Zucht genommen werden, zumindest nicht vor dem 3. Lebensjahr.

PKD (polyzystische Nierenerkrankung)
Bei Persern und Perserkreuzungen wie Britisch-Kurzhaar, Ragdoll, Exotic Shorthair und auch bei Main-Coon und Norwegern (ein Schelm, wer Böses dabei denkt), tritt die PKD (eine erbliche, polyzystische Nierenerkrankung, bedingt durch einen Defekt des PKD-1-Gens) mehr oder weniger häufig auf (z.B. weltweit bei 38 %! aller Perserkatzen). Jedoch gibt es diese Erkrankung generell, wenn auch seltener, bei praktisch allen Haus- und Rassekatzen.
Bisher konnte Nierenzysten als Merkmal dieser Krankheit nur durch Ultraschall nachgewiesen werden. Allerdings gibt es für Nierenzysten auch andere, teilweise nicht erbliche Ursachen. Neuerdings gibt es einen Gentest, der den Defekt des PKD1-Gens sicher nachweist und sich bei betroffenen Rassen inzwischen bewährt hat.

Seit einiger Zeit gibt es auch Fälle von PKD bei Sibirischen Katzen, da per Ultraschall positiv geschallte Tiere vereinzelt vorgekommen sind.

Merkwürdig ist aber, dass offensichtlich eine Linie existiert, in der mehrere Katzen trotz negativem Gentest (also laut Test PKD-frei) positiv geschallt wurden. Hier liegt möglicherweise ein bisher unbekannter erblicher Defekt vorhanden.

Als Schlussfolgerung ergibt sich für unsere Rasse, dass flächendeckende Tests mit dem bisher verfügbaren PKD-Gentest nicht sinnvoll sind und die Ergebnisse in trügerischer Sicherheit wiegen. Aussagekräftig sind nur Ultraschalluntersuchungen. Ob ein positiver Ultraschall auf eine erbliche Form von Zysten schließen lässt, kann nur beurteilt werden, wenn mehrere verwandte Tiere getestet wurden.

Der PKD1-Defekt wird dominant vererbt. Foglich kann er nicht verdeckt weitergegeben werden. Mit anderen Worten: Kinder negativ geschallter Eltern können diesen Defekt nicht haben. Einschränkend ist zu sagen, dass zwar ab etwa dem 12 Lebensmonat relativ sichere Ultraschallergebnisse zu erzielen sind, jedoch auch schon Fälle vorgekommen sind, bei denen der Schall negatif war, eeinige Jahre später dann aber doch positiv.
Und: nicht jeder Nachkomme eines positiven Elternteils muss das Defektgen geerbt haben. Solche freien Tiere bringen mit ebensolchen Partnern auch nur PKD-freie Nachkommen.

Bei den bisher nicht wissenschaftlich untersuchten paradoxen Fällen bei Sibiriern (Gentest negativ, Schall positiv) scheint der Erbgang ebenso zu sein, denn lange nicht jedes Tier dieser Linie ist betroffen.

Eine Liste mit Ergebnissen von PKD-Gentests, Ultraschalluntersuchungen und HCM-Untersuchungen finden Sie auf der Webseite
8 "www.gesunde-rassekatzen.de"

Bemerkung am Rande: Da die Wurzel der fraglichen russischen Linie soweit bisher bekannt, eine Neva Masquarade ist, hat dies erneut die Spekulationen von Neva-Gegnern genährt, dies wäre quasi der Beweis für Perser-Colorpoint-Einkreuzungen bei Nevas. Hier wird offensichtlich übersehen, dass der durch Perser in andere Rasse eingeschleppte PKD1-Gen-Defekt bei den positiv geschallten Sibirische /Neva-Katzen eben nicht nachweisbar ist.

Es gibt eine Vielzahl weiterer, meist sehr seltener,Erbkrankheiten bei Katzen. Jedoch ist bisher für Sibirische Katzen keine rassespezifische Häufung bekannt.

" Wogegen muss eine Katze geimpft werden?"

Auf Homepages von Züchtern liest man häufig eine lange Auflistung, wogegen die Kitten vor dem Verkauf alles geimpft werden, ergänzt durch möglichst wöchentliche Wurmkuren.
Oft ist das Motiv dahinter der feste Glaube an den Grundsatz Viel hilft viel (?).
Manchmal hat man auch den Eindruck, dass ein gewisser Konkurenzkampf unter den Züchtern um die Gunst des Käufers eine Rolle spielt nach dem Motto: "Sieh her, ich scheue weder Kosten noch Mühen für die bestmögliche Gesundheitsvorsorge."

Fragen Sie sich doch mal, ob Sie auch Ihre Kinder wöchentlich entwurmt und jährlich nachgeimpft haben.

Der Grundsatz sollte lauten: So viel und so oft wie nötig.

Ich denke, dass es ein Segen ist, dass es Impfungen gibt, es aber eine Illusion ist, das gegen alles und jedes Impfungen sicheren Schutz bieten. Außerdem besteht gerade bei Katzen ein hohes Risiko, ein tödliches impfinduziertes Fibrosarcom auszubilden.
Tierärzte wollen möglichtst jede Impfung jährlich aufgefrischt wissen. Möglich, dass finanzielle Aspekte dabei eine Rolle spielen.

Nach jahrelangen Diskussionen, nicht zuletzt angestoßen durch kritische Tierhalter gibt es seit 2007 endlich neue Impfempfehlungen der ständigen Impfkommission.

Beachten Sie bitte zum notwendigen Impfintervall die neue Tollwutverordnung vom 20. Dezember 2005. Danach besteht wirksamer Impfschutz solange, wie auf dem Beipack des Impfpräparates angegeben, z.B. für Novibac® T 3 Jahre!!

Die neuen Impfemfehlungen sehen in etwa so aus:

Wer?
Wogegen?
Wie oft?
alle Katzen
(auch Wohnungskatzen)
Katzenseuche, Katzenschnupfen
(RCP)


- Grundimunisierung:
erste Impfung: 8.Lebenswoche
zweite Impfung: 12.Lebenswoche
dritte Impfung : 16. Lebenswoche (neu!)
(Werden ältere Katzen erstmals geimpft, kan die dritte Impfung wegfallen)

4.Impfung: nach einem Jahr
- Auffrischungsimpfungen:
je nach Komponente im Abstand von zwei bis drei Jahren
- dabei sollte jedes Jahr eine andere Komponente aufgefrischt werden, schon, damit die Katze jährlich mindestens einmal einen Tierarztcheck erfährt.
Jährliche Auffrischimpfung im Rotationsprinzip:
1. Jahr: Katzenschnupfen
2. Jahr: Katzenseuche

Ab dem 9.-10. Lebensjahr braucht nicht mehr geimpft zu werden, da eine so genannte Altersresistenz besteht und der Körper eine bleibende Abwehr aufgebaut hat.

Freigänger (zusätzlich)
Tollwut
Leukose

wie oben; zusätzlich
Tollwut:
(nach aktueller Tollwutverordnung)
- Grundimunisierung
im Welpenalter ab der 12. Lebenswoche zweimal im Abstand vob 4 Wochen,
- Auffrischung
nach einem Jahr
- danach alle 3 Jahre Auffrischung, jährlich oder in zweijährigem Turnus (je nach Herstellerangaben)

Leukose:
- zweimalige Grundimunisierung im Welpenalter (z.B. 12. u. 16. Woche, Abstand: 3-4 Wochen)
- bis zum Alter von 3 Jahren jährlich
- Auffrischung längere Intervalle möglich

(Angaben des Impfstoffherstellers beachten!)

Jährliche Auffrischimpfung im Rotationsprinzip kann z.B. so aussehen:
1. Jahr: Katzenschnupfen
2. Jahr: Katzenseuche
3. Jahr: Tollwut + Leukose bei Freigängern, oder nur Leukose bei Wohnungskatzen
Ab dem 9.-10. Lebensjahr braucht nicht mehr geimpft zu werden, da eine so genannte Altersresistenz besteht und der Körper eine bleibende Abwehr aufgebaut hat.

Ausstellungskatzen Katzenseuche, Katzenschnupfen
Tollwut
Leukose
Bestimmungen der jeweiligen Veranstalter sind zu beachten, ansonsten wie oben. Diese können sich auch ändern (z.B. Tollwut)
Zuchtkatzen Katzenseuche, Katzenschnupfen
evtl.
Tollwut
Leukose
Soweit sie auch Ausstellungen besuchen, wie dort, ansonsten bei reiner Wohnungshaltung nur Seuche und Schnupfen zwingend (aber Achtung bei Neuzukäufen)
Katzen, die in Tierpensionen zeitweise oder ständig untergebracht sind Katzenseuche, Katzenschnupfen
Tollwut
Leukose
wie Freigänger

Immer aktuelle Informationen zu Haustierimpfungen (einschl. Argumentationshilfen gegen Tierärzte mit Beharrungsvermögen) finden Sie hier:

8www.haustierimpfung.de

Wie sicher sind die Impfungen ?

Katzenschnupfen
Impfung bietet leider keinen 10% Schutz, ganz besonders bei hohem Infektionsdruck , z.B. in Tierheimen. Die Infektion verläuft aber milder.

Katzenseuche
Die Impfung wird meist als besonders sicher beschrieben. Allerdings sind gerade wieder 2007 Fälle bekannt geworden, wo in einer Zucht mehrere nach Herstellerangaben korrekt geimpfte Katzen an trotzdem an Katzenseuche erkrankten und verstarben.
Hervorzuheben ist, dass insbesondere bei dieser Impfung maternale Antikörper die Ausbildung des Impfschutzes bei der 8-Wochen-Erstimpfung behindern. Ganz wichtig ist also die insgesamt 3-malige Grundimunisierung im Abstand von 3-4 Wochen und die Nachimpfung ein Jahr später. Weiterhin muß unbedingt einige Tage vor der Impfung sorgfältig entwurmt werden, da andernfalls ebenfalls kein belastbarer Impfschutz ausgebildet wird. Bei richtiger Grundimunisierung hält dieser Impfschutz vermutlich viele Jahre.

Leukose
Die Leukoseimpfung gilt als sicher. Jedoch soll unbedingt vor der Impfung ein Leukosetest gemacht werden, denn Katzen können bereits Jahre infiziert sein, bevor die Krankheit ausbricht. Eine bereits infizierte Katze zu impfen, ist natürlich sinnlos.

Übrigens: Der beste Impfschutz sind kleine Bestände (bis max 5 Katzen) mit viel Platz - sprich großes Haus mit Garten.

 

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