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Sibirische Katzen auch für Allergiker?Besonders amerikanische Züchterseiten werben damit, dass Sibirische Katzen keine Katzenhaarallergie auslösen würden. Tests, die in einem amerikanischen Labors durchgeführt wurden, haben a n g e b l i c h ergeben, dass Sibirische Katzen im Vergleich mit anderen Katzenrassen nur sehr geringe Mengen des Allergie auslösenden Proteins "Fel D1" in ihrem Speichel haben. Auch auf deutschen Züchterzeiten häufen sich in letzter Zeit die Berichte über problemloses Zusammenleben von Allergikern mit Sibirischen Katzen - parallel zur Verschlechterung des Absatzmarktes für Katzen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Was ist dran an dieser Geschichte? Ich sage mal ganz knapp: Gar nichts!!! Warum? Trotzdem gibt es diese Fälle, in denen es klappt. Wie kann das sein? Lebewesen, egal ob Pflanzen oder Tiere, sind nicht genormt. Z.B. ist der arzneimittelwirksame Gehalt an bestimmten Substanzen in einer Pflanzenart unterschiedlich hoch. Das ist abhängig vom geografischen Standort (Boden, Klima), aktuellen Temperaturen und Niederschlägen, Vegetationsstadium und anderen, nicht messbaren Faktoren. Dies ist der Grund, warum Arzneimittel allenfalls aus Pflanzen extrahiert werden, nicht aber die ganze Pflanze bevorzugt wird. In der DDR kam es nicht selten vor, dass die FREUNDE (russische Soldaten) sich mit Fliegenpilzen vergifteten. In ihrer Heimat ist in vielen Gegenden der Giftgehalt dieser Pilzart so niedrig, dass sie gegessen werden können. Bei Tieren ist das nicht anders. Jedes ist ein Individuum. Prinzipiell können, wenn eine Allergie besteht, alle Teile des Tieres allergische Reaktionen auslösen, bis hin zum Fleisch und zur Milch, aber auch dem Kot und Urin. Offensichtlich ist der Speichel nicht das einzige Allergen. Sonst würden nicht Haare von Tieren, die sich gar nicht belecken, wie Pferde, auch allergische Reaktionen auslösen. Französische Forschungen haben ergeben, dass die Konzentration der Allergene im Talgdrüsensekret erheblich größer ist, als im Speichel der Tiere. Jedenfalls ist die Allergenkonzentration individuell von Tier zu Tier unterschiedlich und auch abhängig vom Alter, Geschlecht, aktuellem Hormonstatus und Gesundheitszustand des Tieres. Das bedeutet in der Konsequenz: Gibt es denn gar keine weniger allergen wirkenden Rassen? Die Antwort heißt JEIN. Merkwürdigerweise scheinen Tiere mit gelockten Haaren weniger allergen zu wirken. Jedenfalls ist dies bei Hunden und Pferden so. Wissenschaftliche Erklärungen dafür gibt es bisher nicht. Aber Erfahrungswerte gehen in diese Richtung. Jedenfalls ist es Barak Obamas Familie tatsächlich möglich, mit einem Labradoodle zusammenzuleben, obwohl eine der Töchter eine Tierhaarallergie hat. Auch von gelockten Pferden und Katzen wird Ähnliches berichtet. Streicheltests mit schweren Allergikern bei uns fielen unterschiedlich aus. Die Palette reichte von den üblichen allergischen Reaktionen bis zu völliger Reaktionslosigkeit. Im letzen Fall ließ die betroffene Dame dann mit den Haaren einer unserer Katzen an sich einen Allergietest machen. Obwohl sie selbst nichts gespürt hatte, fiel der medizinische Test leider doch positiv aus. Auf meinen Rat hin, machte Sie dann einen Test mit Rex-Katzen. Dieser Test war negativ, so dass die Familie heute glücklich mit einer Cornish Rex zusammenlebt. Auch Langhaarkatzen ganz generell scheinen zumindest etwas weniger allergen zu wirken, als Kurzhaarkatzen. Möglich, dass ihre Haut durch das Fell weniger stark schuppt oder sich der Speichel beim Putzen einfach auf eine größere Fläche verteilt. Jedenfalls gibt es viele Berichte, wonach Leute mit normalen Hauskatzen oder Kurzhaarrassen nicht zusammenleben können, mit Vertretern der Langhaarfraktion, unabhängig von der Rasse, aber schon. Auch eine unserer Katzen lebt problemlos mit einem Pärchen zusammen, dass die Abessinierkatze des Mannes abgeben musste, weil sie dieses Tier partout nicht vertrug. Ein Ehepaar, der Mann mit Katzenallergie lebt seit Jahren reaktionslos mit drei Katzen aus unserer Zucht zusammen. Verraten hat er aber erst nach dem zweiten Kauf, dass er eigentlich Allergiker ist. Solche Einzelerfahrungen sind aber kein Freibrief für Experimente mit der eigenen Gesundheit und dem Schiksal eines unschuldigen Tieres! Mein Neffe, der hochallergisch auf alle Tierhaare ist und seine Allergikerkarriere schon in frühem Kindesalter mit Neurodermitis einleitete, hält es in meinem Wohnzimmer keine Stunde aus. Allerdings haben wir auch noch Hunde und Pferde. Wer wirklich Allergiker ist, wird sich sicher ganz allgemein zu dem Thema schon belesen haben und wissen, dass es einen sogenannten Etagenwechsel bei Allergien gibt. Das heißt, dass bei zwei Drittel der Allergiker aus Fließschnupfen und Augenbrennen früher oder später ein allergisches Asthma wird. Er wird auch wissen, dass vor der Reaktion die Sensibilisierungsphase liegt. Das heißt, es ist sinnlos, sich Haare schicken zu lassen und damit einen Test machen zu lassen, wenn Sie nicht zuvor mehrmals intensiven Kontakt mit dem betreffenden Tier hatten. Es versteht sich auch von selbst, dass Allergiker mit schwerem allergischen Asthma nicht mit Experimenten ihr Leben gefährden sollten. So ein Anfall kann durchaus tödlich sein. Interessant ist vielleicht auch noch die Tatsache, dass Allergien manchmal auch wieder verschwinden. So wächst sich die auf Nahrungsmittelallergie (bestimmte Eiweiße) beruhende kindliche Neurodermitis meist mit dem Eintritt ins Schulalter aus. Dies ist vielleicht weniger eine Folge der körperlichen Reifung, als Ergebnis des konsequenten Meideverhaltens über Jahre. Das Immunsystem hat einfach vergessen, dass da mal was war. Auch Menschen, deren Katze in der Kindheit weggegeben wurde, weil sie allergisch auf sie waren und dann über viele Jahre jeden Kontakt mieden, stellen manchmal im Erwachsenenalter fest, dass die Katze der Freundin ihnen plötzlich gar nichts mehr ausmacht. Anders herum gibt es auch Leute, die mit konsequentem Haltungsmanagement ihre Reaktion auf die eigene Katze niedrig halten können und sogar im Laufe der Zeit immer weniger Reaktionen zeigen. Zu diesem Gewöhnungseffekt trägt auch die Tatsache bei, dass Katzenkinder noch viel weniger Allergene haben und der Level erst allmählich ansteigt. Die Allergiker macht also gewissermaßen eine Desensibilisierungstheraphie. - Aber wie schon gesagt: Für Astmatiker verbieten sich solche Experimente. Oftmals haben die Erfolge auch etwas damit zu tun, dass möglicherweise eigentlich ein Hausstaubmilbenallergie das größere, aber bisher nicht ausgetestete Problem ist. Die Haltung von Tieren vergrößert das Aufkommen an Hausstaubmilben, weil Haare, Haut- und Talgpartikel ein guter Nährboden sind. Gestaltet der Allergiker wegen dem einziehenden Tier jetzt seine Wohnung um (Fliesen statt Teppiche, keine Gardienen, Tischdeckchen, Sofakissen, Kunstleder- statt textilbespannte Polstermöbel, tägliches Wischen, Dampfreiniger), dann geht es ihm viel besser. Es gibt noch einen weiteren Punkt, der vielleicht gelegentlich dazu beiträgt, dass es mit einer Sibirischen Katze klappt; einen Umstand, der nichts mit der Katzenrasse, aber viel mit dem Kopf des Allergikers zu tun hat: Allergien des Typs 1, zu dem auch Tierhaarallergien gehören, haben eine psychosomatische Komponente. Das zeigt sich z.B. darin, dass manche Allergiker überhaupt nicht reagieren, wenn sie nicht mit dem Allergen rechnen, sie nicht wissen, dass sich an diesem Ort ein Tier aufgehalten hat. Anders herum führt das zu solchen Überspitzungen, dass jemand allein deswegen schon Reaktionen verspürt, weil er w e i ß, dass sein Nachbar ein Tier hat. Das führt oft zu bösem Nachbarschaftsstreit bis hin zu gerichtlichen Auseinandersetzungen, obwohl doch der Nachbar seinen Hund schon in geschlossener Tasche durchs Treppenhaus trägt. Vergleichbar ist das vielleicht mit dem Lippenherpes, der, obwohl eigentlich viruell bedingt, ausbricht, wenn sich der jenige eckelt. Möglich dass also schon die positive Erwartungshaltung: "Auf diese Katze werde ich nicht allergisch reagieren", das Immunsystem besänftigt. Eine Art Placebo-Effekt also. Allerdings bietet diese psychosomatische Komponente von Allergien auch einen wirksamen Therapieansatz. Gerade kürzlich wurde im Fernsehen eine Hypnosetherapie vorgestellt. Die junge Frau litt seit vielen Jahren unter Heuschnupfen und konnte nach der Hypnosetherapie auf ihre komplette Allergie-Apotheke verzichten. Selbst fragwürdige Therapieansätze, ich sag jetzt mal einfach Woodoozauber & Co., zeitigen über diese Schiene oft Erfolge, die wissenschaftlich nicht begründbar sind.
Einer Art Impfung wird zur Zeit in einer klinischen Studie mit Kleinkindern
an der Stellt sich für mich die Frage, ob es da nich einfacher wäre, seine Kinder öfter mal im Dreck spielen zu lassen ohne ständig mit dem Waschlappen hinter ihnen her zu sein. Die Ursache für die Zunahme von Allergien wird in der Wissenschft kontrovers diskutiert. Vermutungen sind:
Zusammenfassend kann man sagen:
Sollten Sie als Allergiker trotz allem einen Versuch mit einer Sibirischen Katze wagen? Ich werde mich hüten, irgend jemandem zuzuraten. Eigentlich kann man trotz mancher Erfolgsmeldung (das kann genauso gut mit einer Katze einer anderen Rasse klappen) nur abraten. Sollte ihr Katzenwunsch übermächtig sein, empfehle ich folgendes Vorgehen:
Wenn das Kätzchen da ist:
Wenn Sie Glück haben, kann es so klappen. Sie desensibilisieren sich ganz langsam selbst. Sie können diesen Prozess unterstützen, indem Sie, evtl. sogar schon vor dem Einzug ihrer Katze sich vom Arzt gezielt auf die Allergene ihrer Katze desensibilisieren lassen (falls der erste Haartest leichte Reaktionen gezeigt hatte) Und jetzt die Kardinalfrage: Ganz ehrlich? - Jein -evtl. - vielleicht - eher nicht
Vorausgesetzt, Streicheltest und ärztlicher Allergietest haben keine schweren Reaktionen gezeigt, können wir darüber reden. Voraussetzung ist, dass ich im persönlichen Gespräch den Eindruck gewinne, dass Sie bereit und in der Lage sind, oben beschriebene Rahmenbedingungen zu schaffen und einzuhalten. Es "einfach mal draufankommen lassen" ist der falsche Weg. Außerdem müssen Sie sich bewußt sein, dass ein Teil des finanziellen Risikos bei Ihnen liegt, auch wenn wir vereinbaren, dass ich das Kätzchen gegebenenfalls wieder in meine Obhut nehme. SIE haben sich für den Kauf einer Katze entschieden. Ich bin nicht dafür verantwortlich, wenn Sie die Katze nicht behalten können und ihr Geld in den Sand gesetzt haben. Das heißt im Klartext: Ich nehme so einen Pechvogel gerne wieder in meine Obhut und bemühe mich um erneute Vermittlung in ein dauerhaftes Zuhause. Sie bekommen genau die Summe, die die ein geeigneter neuer Besitzer zu zahlen bereit ist, abzüglich meiner Unkosten solange Sie Ihr Tier bei mir untergebracht haben. Wenn es schlecht läuft, finde ich niemanden geeigneten, der ein älteres Kitten haben möchte. Ich habe dann ein Leben lang für ein Tier zu sorgen (einschließlich aller Kosten von vielleicht 20 Jahren Katzenleben), das ich eigentlich nicht behalten wollte. Das wäre dann eigentlich Strafe genug für den Leichtsinn, an einen Allergiker verkauft zu haben. Ganz nebenbei ist "Katzenhaarallergie" ist ja gerne auch lediglich vorgeschoben. Auf der anderen Seite gehen manche Allergiker dazu über, von ihrer Allergie nichts zu sagen und wenn es dann losgeht "ganz überrascht den Züchter bitten zu müssen, das Katzenkind zurückzunehmen. Für Fehlentscheidungen anderer kann ich nicht geradestehen. Daher enthalten meine Verträge in Zukunft grundsätzlich so eine Inobhutnahmevereinbahrung, die übrigens auch für vorübergehende absolute Notfälle gilt, z.B. wenn der Besitzer ganz plötzlich ins Krankenhaus muss.
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