Sibirische Katzen auch für Allergiker?

Besonders amerikanische Züchterseiten werben damit, dass Sibirische Katzen keine Katzenhaarallergie auslösen würden. Tests, die in einem amerikanischen Labors durchgeführt wurden, haben angeblich ergeben, dass Sibirische Katzen im Vergleich mit anderen Katzenrassen nur sehr geringe Mengen des Allergie auslösenden Proteins "Fel D1" in ihrem Speichel haben. Besonders gering soll die Konzentration bei weiblichen kastrierten Sibiriern sein. Der aufgetrocknete Speichel gelangt beim Putzen ins Fell und beim Katze streicheln an den Menschen.
Was ist dran an dieser Geschichte?

Mein Neffe ist hochallergisch gegen Tierhaare jeder Art: Hunde, Katzen, Pferde...
Gezielte Tests sind in seinem Falle bei uns schwierig, da unsere Wohnung, in der auch Hunde leben, für ihn an sich schön ein schwieriger Aufenthaltsort ist.

Ich selbst neige auch zu Allergien, habe aber bisher bezüglich unserer Katzen nichts gemerkt. Auf unserer letzten Schau jedoch stand ich im Gespräch mit einer Züchterin sehr lange sehr nahe bei ihren Perserkatzen. Plötzlich brannten mir die Augen und ich musste mehrmals heftig niesen.

Streicheltests mit schweren Allergikern bei uns fielen unterschiedlich aus. Die Palette reichte von den üblichen allergischen Reaktionen bis zu völliger Reaktionslosigkeit. Im letzen Fall ließ die betroffene Dame dann mit den Haaren einer unserer Katzen an sich einen Allergietest machen. Obwohl sie selbst nichts gespürt hatte, fiel der medizinische Test leider doch positiv aus. Auf meinen Rat hin, machte Sie dann einen Test mit Rex-Katzen. Dieser Test war negativ, so dass die Familie heute glücklich mit einer Cornish Rex zusammenlebt.
Offensichtlich ist der Speichel nicht das einzige Allergen. Sonst würden nicht Haare von Tieren, die sich gar nicht belecken, wie Pferde, auch allergische Reaktionen auslösen. Französische Forschungen haben ergeben, dass die Konzentration der Allergene im Talgdrüsensekret erheblich größer ist, als im Speichel der Tiere. Merkwürdigerweise scheinen Tiere mit gelockten Haaren weniger allergen zu wirken. Jedenfalls ist dies bei Katzen und Pferden so. Der genaue Zusammenhang ist noch nicht erforscht, doch scheinen gelockte Haare weniger Schuppen abzugeben.
Heute gibt es jedoch verschiedene Möglichkeiten, Allergien beizukommen:

  • Auswahl der Rasse je nach Schwere der Allergie (wenn es die Sibirier nicht sind, könnten mit Rexkatzen,außer Selkirk Rex, einen Versuch wert sein - mediz. test nicht vergessen!)
  • Haltungsform (Garten und geflieste Räume), Pflege der Katze durch einen Dritten
  • Einnahme von Medikamenten z.B. Intal (Meist keine Dauerlösung !!)
  • Desensibilisierung
  • verschiedene alternative Therapien z.B.
    Laserakupunktur oder
    Bioresonanztherapie
    beides Weiterentwicklungen der klassischen Akupunktur,
    Homöopathie
  • "Impfung" (nur bei Kleinkindern erfolgversprechend)

Einer Art Impfung wird zur Zeit in einer klinischen Studie mit Kleinkindern an der
Charité in Berlin getestet. Ansatzpunkt ist die Hypothese, dass durch Vernhalten von Schmutz und Bakterien in der modernen westlichen Welt das kindliche Imunsystem nicht ausreichend stimmuliert und gerichtet wird.Dies wird gestützt durch die Beobachtung, dass Bauernkinder wesentlich seltener Allergien entwickeln. Den Kindern wird also durch Schluckimpfung über einen längeren Zeitraum ein Bakterienkocktail verabreicht. Die bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend.

Stellt sich für mich die Frage, ob es da nich einfacher wäre, seine Kinder öfter mal im Dreck spielen zu lassen ohne ständig mit dem Waschlappen hinter ihnen her zu sein.

Als Ursache für die Zunahme von Allergien wird der heute oft übertriebene Einsatz von desinfektionshaltigen Haushaltsreinigern vermutet. Das Abwehrsystem des Menschen wird quasi arbeitslos und sucht sich Ersatzfeinde. Wenn Sie Kinder haben und sich Haustiere wünschen, sollten sie sich also besser auf Wasser und Kernseife rückbesinnen, als im Haushalt ständig die chemische Keule zu schwingen. Gestatten Sie Ihren Kleinkindern auch mal, sich draußen schmutzig zu machen. Das stärkt auch ganz allgemein Ihre Abwehrkräfte und mindert die Gefahr der Entgleisung des Immunsystems.

Viele Menschen reagieren nach einiger Zeit auf ihre eigenen Haustiere weniger allergisch.

www.stern.de hat viele aktuelle Informationen zu Allergien zusammengestellt.

Wirklich hilfreiche Erfahrungsberichte über erfolgreiche Behandlung von Allergien finden Sie auf
Leos Homepage .

Ein Ehepaar, der Mann mit Katzenallergie lebt seit Jahren reaktionslos mit drei Katzen aus unserer Zucht zusammen. Verraten hat er aber erst nach dem zweiten Kauf, dass er eigentlich Allergiker ist.